In Niederlahnstein scheint man bis auf ein paar Weichenerneuerungen und wenige fehlende Signale schon weitgehend fertig zu sein.
Die neuen Signale stehen schon größtenteils, es fehlen noch die Signalbrücken an der Strecke Richtung Koblenz Hbf. Auch auf der Lahnseite sind die Ausfahrsignale Richtung Koblenz Hbf noch nicht aufgestellt. Was mich wundert ist, dass man hier nicht Signale mit nur einer Optik aufgestellt hat wie beispielsweise zwischen Köln und Düsseldorf, wo die verschiedenen Signalbilder dank LED mit nur einer Optik darstellbar sind. Stattdessen sind hier die Standardsignale mit mehreren Optiken verbaut.
Etwas verwirrend ist die Positionierung diverser Vorsignalwiederholer. So steht der Wiederholer für das Ausfahrsignal von Gleis 4 Richtung Oberlahnstein beispielsweise direkt am Oberlahnsteiner Bahnsteigende, während der Wiederholer für das Ausfahrsignal von Gleis 3 Richtung Bad Ems gut 50 Meter vom Emser Bahnsteigende entfernt und etwa 10 Meter vor dem Ausfahrsignal steht. Hier würde es gerade bei Nebel doch mehr Sinn machen, den Wiederholer ans Bahnsteigende zu stellen, damit der Lokführer eines haltenden Zuges den auch erkennen kann. Am bahnsteiglosen Gleis 8 gibt es an der Ausfahrt Richtung Oberlahnstein eine ähnliche Situation, hier ist die Signalsicht durch die Kurvenlage aber wohl auch deutlich eingeschränkter als auf Gleis 3.
Auf Gleis 5 hat man das Ausfahrsignal Richtung Oberlahnstein etwa auf Höhe der Bahnsteigtreppe positioniert. Dadurch ist der bisherige Bahnsteig für Züge Richtung Oberlahnstein hinter dem Signal natürlich nicht mehr nutzbar, denn es muss vor dem Signal angehalten werden. Die so entstandene "Fehllänge" hat man am Koblenzer Bahnsteigende drangesetzt (rund 50 Meter entlang des Verlaufs der Kante des alten Bahnsteigs). Der Bahnsteig an Gleis 4 wurde am Koblenzer Ende nur um einige Meter verlängert, wenn ich das im Vorbeifahren richtig erkannt habe.
Gerade bei dem Ausfahrsignal auf Gleis 5 zeigt sich das Problem, das aktive Fahrdienstleiter schon vor 10 Jahren am Rande einer Sonderfahrt im Hochwald ansprachen: Bei der Ausplanung von ESTW werden Durchrutschwege oft zu großzügig dimensioniert, was dann im Betrieb mitunter zu Problemen führt, weil andere Fahrstraßen nicht einstellbar sind, solange der Durchrutschweg noch nicht aufgelöst ist. Regelmäßige Vorschläge, doch Fahrdienstleiter aus der Praxis in die Planung einzubinden, um diese auf die jeweiligen Ortsverhältnisse zuzuschneiden, verhallten ungehört.
In diesem Fall bringt es zunächst nur einen längeren Bahnsteig mit sich (kostet ja aber auch Geld und Material), der letztlich auch zu einer größeren Nutzlänge für Züge Richtung Koblenz Hbf beiträgt. Wie sich das im Bahnhof insgesamt dann aus Fahrdienstleiter- und Lokführersicht darstellt, bleibt abzuwarten und kann ich nicht beurteilen. Auf den anderen Bahnhöfen entlang der Strecke, die neue Signale erhalten, wird es aber wohl vergleichbare Konstellationen geben, vielleicht nicht immer in Verbindung mit einem Bahnsteig.
Für mich bemerkenswert ist, dass Gleis 203 (siehe Gleisplan:
https://trassenfinder.de/apn/KNL); - bisher nur als Abstellgleis genutzt und mit Gleissperre und Sperrsignalen versehen - zumindest an seinem Bahnsteigende auch ein Hauptsignal erhalten hat. Offenbar will man es künftig als zusätzliches Überholgleis oder für Durchfahrten nutzen. Ist also mal was anderes als nur Rückbau und Rationalisierung.