"BÜ Hattert 1" (Gem. Marzhausen) B414 / K15 monatelang mit TH-BüP

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eta176
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"BÜ Hattert 1" (Gem. Marzhausen) B414 / K15 monatelang mit TH-BüP

Beitrag von eta176 »

Die Meldung über Probleme an dem - "auf freiem Feld" gelegenen - BÜ mit der diagonalen Gleisquerung
der B414 zwischen Hachenburg und dem Bhf Ingelbach hatte ich schon am 6. Okt. 2025 kurz beschrieben
(Die DB bezeichnet diesen BÜ in Bahn-km 55,888 als "Hattert 1", obwohl er in der Gemarkung von Marz-
hausen liegt):

Schon zum wiederholten Mal (polizeibekannt zuletzt am 23. Juni 2025) funktio-
nierte die Lichtzeichenanlage am BÜ Marzhausen (Kreuzung mit B414/K15) nicht.
Am 1. Okt. (08:58) kollidierte ein Lkw mit der sich - ohne vorherige Ankündigung
durch das Blinklicht - senkenden Schranke. Eine anschließend erfolgte Absicherung
durch Posten mit Flatterband führte zu massivem Rückstau auf allen vier Zufahrten
zu diesem BÜ. Im Gegensatz zu den nahe gelegenen Einschaltpunkten muss bei einer
Postensicherung vor der Abfahrt der Züge die erfolgte Sicherung des BÜ an die Fdl
von Ingelbach bzw. Hachenburg gemeldet werden. Da die Züge aus Hachenburg tlw.
noch einen Halt in Hattert einlegen, dauert die Straßensperrung entsprechend lang.


Mit der Außerbetriebnahme der beiden Überwachungssignale konnte sich DB InFRAGO zwar
die personelle BÜ-Sicherung mit BÜ-Posten ersparen, verlagerte das Problem auf die Tf der
HLB. Diese durften vor jeder BÜ-Querung ihren Triebwagen anhalten, mussten ins sehr tiefe
Schotterbett springen, um mit dem Schlüssel den HET-Schalter nochmals zu bedienen.

Auf mehrfache Anfrage bei der DB-Pressestelle schrieb diese am 7. Nov. 2025:
"Die Deutsche Bahn (DB) prüft derzeit mit einem Expertenkreis aus Bauverantwortlichen und
Fachbeauftragten
, ob die Möglichkeit besteht, den Bahnübergang instand zu setzen. Sollten
die Untersuchungen ergeben, dass eine Instandsetzung des Bahnübergangs nicht möglich ist, würde
der Bahnübergang ab dem 17. November durch einen Bahnübergangsposten mit technischen Hilfs-
mitteln wie Lichtsignalen und Schranken (TH-BÜP-Anlage) abgesichert werden. Ein örtlicher Bahn-
übergangspost würde die TH-BÜP-Anlage in diesem Falle bedienen und die Schranken vor Zugfahr-
ten schließen. Züge müssten auch in diesem Falle nicht vor dem Bahnübergang halten.

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Da die Untersuchungen des Expertenkreises zu dem (erwartbaren) Ergebnis geführt haben, dass
die Bestandsanlage nicht mehr repariert werden kann, wurde am Do. 13. und Fr. 14.11.25 von
DB Fahrwegdienste (das ist das Unternehmen, welches auch für die Vegetationskontrolle verant-
wortlich zeichnet) die erforderliche TH-BÜP-Anlage (Bauart Zöllner) aufgestellt und abgenommen.
Unmittelbar nach deren IBN am Montag soll die Altanlage demontiert werden, die dann - nach ak-
tueller Planung - bis voraussichtlich März 2026 als "1:1-Ersatz" neu gebaut werden soll.
Ob mit dem Neubau zumindest die vorgesehene Anhebung der Zuggeschwindigkeit auf 80 Stunden-
kilometer erfolgen wird, ist derzeit ebenso offen, wie der Zeitpunkt des Umbaus der gesamten
Kreuzungsanlage aus BÜ und den beiden Einmündungen der K15. Beide sollten um rund 30 Meter
vom BÜ weg verlagert werden, um die dritte Schranke einzusparen und mehr Sicherheit zu geben.
(Festgelegt im PFB des EBA vom 17.10.2022 zur Anhebung der Streckengeschwindigkeit Oww-Bahn).
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Die DB-Pressestelle schrieb dazu:
"Zudem treibt die DB die Erneuerung des Bahnübergangs mit Hochdruck voran. Allerdings sind die
Planungen noch nicht abgeschlossen, sodass die DB noch keinen konkreten Erneuerungszeitpunkt
nennen kann.
"

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Mit der IBN der TH-BÜP-Anlage wird sich die Schließzeit der Schranken deutlich verlängern, da diese
bereits vor der Abfahrt der Züge aus Ingelbach und Hachenburg geschlossen sein müssen.
Ob die DB ihren dort tätigen MA jedoch Arbeitsbekleidung und Dixi-Klo in schußfester Ausführung
sowie einen gepanzerten Aufenthaltscontainer zur Verfügung stellt, ist ungewiss. Handgreiflichkeiten
mit renitenten / entnervten Verkehrsteilnehmern würde ich dort nicht ausschließen :roll:
.
eta176
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DB-Konzernbevollmächtigter zu BÜ Marzhausen (B414/K15)

Beitrag von eta176 »

Die vom Kreis AK bei fb veröffentlichte Pressemitteilung (samt Luftbild) vom 18.03.2026
hat der ww-kurier erfreulicherweise komplett übernommen (sodass keine Verletzung des © .

Bild
Stau am Bahnübergang Marzhausen (Foto: Kreisverwaltung Altenkirchen)

Probleme am Bahnübergang bei Marzhausen:
Landrat (Dr. Enders) schreibt Bahnbevollmächtigten an

Der Bahnübergang an der B 414 bei Marzhausen ist zu einem echten Ärgernis geworden.
Seit Monaten staut sich der Verkehr zwischen Hachenburg und Altenkirchen aufgrund
eines Provisoriums bei den Schrankenanlagen täglich auf teils mehreren hundert Metern.
https://www.ww-kurier.de/artikel/168571 ... htigten-an
---------------------------------------------------------
Die überraschend schnelle Antwort aus einer neuen Pressemitteilung vom 24.03.2026:

Antwort auf Landrat-Schreiben:
Weiterhin Geduld am Bahnübergang Marzhausen gefragt

Allgemein: (Negativen) Einfluss auf die "Fahrdynamik" der Oww-Bahn hätten derzeit noch
sog. Vorsignaltafeln an fünf Bahnhöfen. "Mit der Modernisierung der Signaltechnik durch
ESTW löst sich dieses Thema aber nach und nach auf", so der Bevollmächtigte I. Ertug.
Für eine "regelkonforme 1:1-Erneuerung" des BÜ benötige man eine 10-Jahres-Unfall-
statistik, die keine Ereignisse im direkten Zusammenhang von stehenden Linksabbiegern
und dem Bahnverkehr aufzeige.
*) Diese sei bei der PI Hachenburg angefordert.
"Alle Beteiligten gehen derzeit davon aus, dass dieses Kriterium erfüllt werden kann, da
weder der Straßenverkehrsbehörde noch uns als Bahn solch ein Unfallgeschehen bekannt
ist."
Wenn die Statistik vorliege, könnten Planung und anschl. Umsetzung beauftragt wer-
den. "Dies kann nach Aussage der Herstellerfirma [S&B] innerhalb von zwölf Wochen erfol-
gen", so der Konzernbevollmächtigte abschließend.
https://www.ww-kurier.de/artikel/168836 ... en-gefragt
_______________________________
Ein Blick in das Archiv der WwZ hilft schon weiter, u.a. Meldung vom Fr. 19. Feb. 2016:
*) Polizei Hachenburg: Pkw auf der B 414 aus Richtung Hachenburg kommend in Richtung
Altenkirchen unterwegs. Im Bereich des BÜ bei Marzhausen wollte er nach links in die
Kreisstraße 15 in Richtung Mudenbach abbiegen. Fahrer übersah entgegenkommenden
Pkw und stieß im Kreuzungsbereich mit diesem zusammen. Das Auto der Frau wurde
durch den Zusammenstoß auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo es noch mit einem
nachfolgenden Pkw kollidierte. Bilanz: 1 Schwer- und 3 Leichtverletzte.
Die B414 und die Bahnstrecke waren im Bereich der Unfallstelle während der Bergungs-
maßnahmen für etwa zwei Stunden voll gesperrt.

.
Knipser1
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Re: DB-Konzernbevollmächtigter zu BÜ Marzhausen (B414/K15)

Beitrag von Knipser1 »

eta176 hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 14:08
Die überraschend schnelle Antwort aus einer neuen Pressemitteilung vom 24.03.2026:

Antwort auf Landrat-Schreiben:
Weiterhin Geduld am Bahnübergang Marzhausen gefragt

Allgemein: (Negativen) Einfluss auf die "Fahrdynamik" der Oww-Bahn hätten derzeit noch
sog. Vorsignaltafeln an fünf Bahnhöfen. "Mit der Modernisierung der Signaltechnik durch
ESTW löst sich dieses Thema aber nach und nach auf", so der Bevollmächtigte I. Ertug.

.

Was hat die "Fahrdynamik" jetzt genau mit den erwähnten Vorsignaltafeln zu tun?
Und wie wird sich das künftig genau ändern? Stellt man Vorsignale ohne Vorsignaltafeln auf? :roll:

Grüße

Guido
HeinzM
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Re: "BÜ Hattert 1" (Gem. Marzhausen) B414 / K15 monatelang mit TH-BüP

Beitrag von HeinzM »

Es sind die Vorsignaltafeln ohne Vorsignal. Also auch wenn das Einfahrsignal Fahrtstellung zeigt, PZB Wachsamkeitstaste, abbremsen. Wenn dann noch das Ausfahrsignal Haltstellung zeigt, zusätzliche Verzögerung wegen restriktiver PZB.
Ein Triebfahrzeugführer kann das sicher noch besser erklären.
Dann bringt eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit in diesem Bereich nichts.

Viele Grüße
Heinz
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Dieselpower
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Re: "BÜ Hattert 1" (Gem. Marzhausen) B414 / K15 monatelang mit TH-BüP

Beitrag von Dieselpower »

Moin...aber mit Vergnügen...

Es ist noch mehr:
- auch ohne 500 Hz ist die Überwachung nach Halt restriktiv, also mit max. 40 km/h bis 700 m nach Beeinflussung (Mit "Haltbegriff" und 500 Hz nur 20 km/h!) - ja ich weiß, es sind 5 km/h mehr zulässig, man soll aber eben diese 5 km/h unter der Überwachungsgeschwindigkeit bleiben!
- Diese "Hemmschuhsignale" kamen In Ingelbach (Ri. AK), Hachenburg, Erbach, Niederzeuzheim und Hadamar hinzu, noch dazu ohne zwingende Notwendigkeit, dürfen sie doch wegfallen, sobald die Geschwindigkeit nicht über 60 km/h beträgt - wie all die Jahrzehnte zuvor. Denn an allen genannten Stellen wurde die Geschwindigkeit gar nicht angehoben bzw. durch dauerhafte Langsamfahrstellen erhalten.
- Außerdem sollte ja Hachenburg als neuer "Systemkreuzungsbahnhof" dahingehend "beschleunigt" werden, daß gleichzeitige Einfahrten aus beiden Richtungen möglich sind, doch auch hier beißt der Ne2-Hund zu. Gleichzeitig einfahren kann man jetzt - aber aus Richtung Ingelbach nur noch mit 40 km/h und aus Richtung Erbach nur noch nach Gleis 3, Ausfahrten restriktiv mit 20 bzw. 40 km/h, Durchfahrten sind gar nicht mehr möglich - super Beschleunigung!
- Die wenigen, teilweise nur ein paar Meter langen 80--km/h-Abschnitte wiederum bedingen 1000-Hz-Magneten an den Enden, wo man wieder auf 60 herunterbremsen muß (ein 640 verändert auf diesem kurzen Weg seine Geschwindigkeit oft gar nicht mangels Kraft, auch den etwas "lahmeren" Exemplaren der 648 bringt diese wahnsinnige "Beschleunigung" nichts außer einer weiteren PZB-Beeinflussung.
- Die Autofahrer beglückt derweil noch monatelang der TH-BüP in Marzhausen mit Wartezeiten von 7-8 Minuten (!), dabei könnte man auch hier für wenigstens leichte Entschärfung sorgen, indem man die 60er Langsamfahrstelle, die der zu kurzen Einschaltstrecke der Altanlage geschuldet war, aufheben würde - auch hier Fehlanzeige!
- Die Fahrzeitgewinne durch Bedarfshalte eine einzige Farce, da man im Fahrplan offenbar mit gar keinem Bedarf kalkuliert hat, bei Bedarf wächst die Verspätung weiter an, bei Durchfahrt kann man sie eben so halten.

Die ganze "Beschleunigung" war völlig für den A...., eine einzige Geldverbrennung, nichts mehr und nichts weniger, eine Ausweiche in Niedererbach auf der UWW-Bahn auf Höhe des neuen Sbk (Höhe alter Bahnhof) zum Beispiel wäre eine deutlich sinnvollere Investition gewesen.

Aber ich weiß schon, mit dem neuen EStw wird alles besser, vor allem, wenn man die betrieblichen Möglichkeiten bei dieser Gelegenheit noch weiter kastriert.

Kopfschüttelnde Grüße, Marko!
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer
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